Branche Chemie/Pharma bleibt widerstandsfähig

Ganz verschont von der trüben konjunkturellen Lage bleibt die chemisch-pharmazeutische Industrie 2023 und 2024 nicht. Für 2025 prognostiziert BAK Economics aber wieder mehr Wachstum.

In den letzten Jahren wurde die Weltwirtschaft von zahlreichen gesellschaftlichen und geopolitischen Ereignissen beeinflusst. Die Schweizer Chemie- und Pharmaindustrie blieb jedoch widerstandsfähig. Einige Unternehmen konnten von der Covid-19-Pandemie profitieren, indem sie sich am Produktionsprozess des Moderna-Impfstoffs beteiligten oder COVID-19-Tests vermarkteten. Dies führte unter anderem zu einem Anstieg der Beschäftigung, der Produktion und der Exporte im Jahr 2022. Anschliessend führte der Krieg in der Ukraine zu höheren Rohstoff- und Energiepreisen, die die Inflation verstärkten. Dies führte zu einem Anstieg der Zinssätze und einer restriktiveren Geldpolitik. Im Jahr 2023 ist eine Verlangsamung des Beschäftigungs- und Produktionswachstums bemerkbar.

Schwache Entwicklung des BIP

Obwohl die Schweizer Konjunktur die vielfältigen Belastungsfaktoren im ersten Halbjahr 2023 gut verkraftet hat, ist im zweiten Halbjahr 2023 eine deutliche Abschwächung der Wirtschaftsentwicklung zu erwarten. Schuld sind die negativen Begleiterscheinungen der inflationsbedingten Kaufkraftverluste, der globalen Nachfrageschwäche und der allgemeinen Investitionszurückhaltung. Für das Gesamtjahr 2023 prognostiziert BAK ein Wirtschaftswachstum von nur 0.5 Prozent. Im Verlauf des Jahres 2024 werden positive Aspekte wie die allmähliche Konjunkturverbesserung bei den europäischen Nachbarn wieder die Oberhand gewinnen. Dieser Prozess wird jedoch von den Effekten der restriktiveren Geldpolitik im In- und Ausland gedämpft. In der Summe der genannten Faktoren erwartet BAK Economics für das Gesamtjahr 2024 ein Schweizer BIP-Wachstum von lediglich 1.0 Prozent. [1]

 

[1] Bereinigt man das BIP um Lizenzeinnahmen aus Sportgrossereignissen wie z.B. der FIFA-WM, dann resultiert ein reales BIP-Wachstum von 1.0 im Jahr 2023 bzw. 0.7 Prozent im Jahr 2024.

Reale Bruttowertschöpfung Chemie/Pharma

Veränderung in %, Quelle: BAK Economics

Beschäftigte Chemie/Pharma

Veränderung in %, Quelle: BAK Economics

Vorübergehend schwächeres Wachstum

Obwohl die Industrie historisch gesehen relativ widerstandsfähig gegenüber der trü-ben weltweiten Konjunktur ist, dürften die Jahre 2023 und 2024 weniger positiv aus-fallen als die Vorjahre, sowohl in Bezug auf das Wachstum des realen Bruttowert-schöpfung als auch auf die Entwicklung der Beschäftigung. Die verschiedenen geo-politischen Krisen und Unsicherheiten auf den Finanzmärkten, die Aufwertung des Schweizer Frankens sowie die Bekämpfung der Inflation sind negative Faktoren, die sich auf die schweizerische Chemie- und Pharmaindustrie auswirken können.

BAK Economics prognostiziert für die Jahre 2023 und 2024 eine Abschwächung des realen Bruttowertschöpfungswachstums für die Branche Chemie/Pharma, bevor das Wachstum ab 2025 wieder anziehen wird. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in der Beschäftigung für die Jahre 2023 bis 2025, wobei diese leicht verzögert im Vergleich zur Wertschöpfung abnimmt.

Autor*in

Mathieu Resbeut

BAK Economics

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